Grießenbeck, Robert Freiherr von: Unterschied zwischen den Versionen

Aus 57.Infanterie-Division
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== Vorbemerkungen ==
 
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Robert Freiherr von Grießenbeck gehört zu der Generation von Reserveoffizieren, die sowohl im I. als auch im II. Weltkrieg eingezogen wurden. Seine Dienstzeit als Reserveoffizier dauerte 13 Jahre und anschließend war von Grießenbeck noch ein
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Robert Freiherr von Grießenbeck gehörte zu der Generation von Reserveoffizieren, die sowohl im I. als auch im II. Weltkrieg eingezogen wurden. Seine Dienstzeit als Reserveoffizier dauerte 13 Jahre und anschließend war von Grießenbeck noch ein
 
Jahr in amerikanischer Kriegsgefangenschaft!  
 
Jahr in amerikanischer Kriegsgefangenschaft!  
  

Version vom 17. Januar 2013, 16:46 Uhr

Robert Freiherr von Grießenbeck (* 12. Februar 1891 in Regensburg - verstorben 05. August 1966 in Landshut)

Freiherr von Grießenbeck 3.v.re.
in Presov 09.39. Einige Offiziere tragen noch Schulterriemen, die nach dem Polenfeldzug abgeschafft wurden; / der PKW:ein Opel Super 6


Vorbemerkungen

Robert Freiherr von Grießenbeck gehörte zu der Generation von Reserveoffizieren, die sowohl im I. als auch im II. Weltkrieg eingezogen wurden. Seine Dienstzeit als Reserveoffizier dauerte 13 Jahre und anschließend war von Grießenbeck noch ein Jahr in amerikanischer Kriegsgefangenschaft!

In beiden Kriegen leistete von Grießenbeck Stabsdienst, eine Tätigkeit, für die Reserveoffiziere eigentlich eher selten verwendet wurden.

Als Ordonanzoffizier hatte er in beiden Weltkriegen die zweifelhafte Ehre die jeweiligen obersten Befehlshaber bei deren Truppenbesuchen zu begrüßen. Am 21. Jan. 1916 holte er im Namen seiner Division Kaiser Wilhelm II. von dessen Hofzug am Bahnhof und 1941 Adolf Hitler namens der Heeresgruppe Nord vom einem Feldflugplatz bei Malnava/Lettland ab.

Beachtlich auch, dass einem Reserveoffizier wie Robert von Grießenbeck schon zu Kriegsbeginn ein durchaus problematischer und fachspezifischer Truppenteil - wie die Nachschubeinheit einer Infanteriedivision - übertragen wurde!

Militärischer Werdegang

  • 07.01.1914: Leutnant d.R.
  • 17.01.1917: Oberleutnant d.R.
  • 1936: Hauptmann d.R. (nach Wehrübung)
  • 21.01.1940: Major d.R.
  • 1944: Oberstleutnant d.R.

Militärische Einheiten

26.08.1939: Als Hauptmann/Major Kdr. der Div.Nachsch.Tr.157 der 57. ID;

15.05.1941: Versetzung zum Abschnittstab Ostpreußen als Ordonanz-Offizier zur besonderen Verwendung beim Oberbefehlshaber Ostpreußen – später Heeresgruppe Nord – GFM Wilhelm Ritter v. Leeb;

18.01.1942: Adjutant bei GFM Wilhelm Ritter v. Leeb in München, zuletzt in Grießenbach bis Kriegsende Mai 1945.


Auszeichungen

  • 23.10.1914: EK II 1914
  • 23.06.1915: Bayer. Militärverdienstorden - Klasse IV mit Schwertern
  • 16.11.1917: EK I 1914

1. Weltkrieg

In einer wehrgeschichtlichen Veröffentlichung in französischer Sprache

http://rha.revues.org/index6805.html#bodyftn39

wird der damals junge Ordonanzoffizier Robert von Grießenbeck ausdrücklich in den Notizen über die Quellen der Ausarbeitung wie folgt erwähnt:

TB Tagebuch de Robert von Grießenbeck VII, note du 14 juillet 1915 faisant suite à une réunion des chefs de corps de la 11e division d’infanterie bavaroise et de la 107e division d’infanterie prussienne, sur le front oriental. Les journaux de marche et d’opérations personnels et le courrier de l’officier de réserve Robert von Grießenbeck, l’officier d’ordonnance de l’état-major de la 11e division d’infanterie bavaroise, sont en possession de la famille von Grießenbeck domiciliée à Landshut (Bavière). Ils ont été aimablement mis à ma disposition pour mes travaux de recherche.

Zwischenkriegszeit und II. Weltkrieg

In dem Werk "Hitlers Heerführer", von Johannes Hürter, erschienen im Oldenbourg-Verlag, wird Freiherr Robert von Grießenbeck mehrmals erwähnt. Die Seiten 100, 210 und 539 befassen sich mit Wertungen und Aufzeichnungen des Freiherrn und erfolgtem Meinungsaustausch zwischen dem Oberstleutnant und späteren GFM v. Leeb mit Freiherr v. Grießenbeck.

http://books.google.de/books?id=8DYULZk7Q0MC&pg=PA707&lpg=PA707&dq=robert+von+grie%DFenbeck&source=bl&ots=ivyVxYiu1s&sig=k-kFDqGOO6n4ZsviSreGhTEwbS0#v=onepage&q&f=false

Bilder

02.11.39
02.11.39
In Langenselbold bei Hanau
vlnr.: Lt. Nickel, Hptm. v. Grießenbeck, Hptm. Ott, Zahlmeister Harder
November 1939
im November 1939
In Hanau
vlnr.: Lt. Nickel, Hptm. v. Grießenbeck, Dr. Schorer, Dr. Gerstenberger


Ein Hinweis zu vorstehenden beiden Bildern: Leutnant Nickel trägt noch die alte Offiziersschildmütze M-1933, während die anderen Offiziere die Schildmütze M-1936 (mit Silberkordel) tragen.

16.12.39
16.12.39
Offiziers-Gelände-Besprechung in Haimstatt


vlnr.: Lt. Pfannenmüller, Fhr. der Werkstatt Komp. 157
Hptm. Peters, Ib des Gen.Kommds.XXXVII
Hptm. Ott, z.b.V. Stab Div.Nachsch.Fhr.
Oblt. Aich, Adjt. Stab Div.Nachsch.Fhr.
Lt. Kalchschmitt, N.Schub.Komp.
Hptm. v. Grießenbeck, Div.N.Fhr.
Gen.Maj. Blümm, Kdr. der 57.Inf.Div.
Hptm. Adam, Ib 57.Inf.Div.
Feldwebel Pritzelmeier, Fhr.1.Kw.Kol.
Hptm. Mertens, Fhr.N.Schub.Komp.157


Robert Freiherr von Grießenbeck als persönlicher Adjudant bei GFM Ritter von Leeb

Freiherr von Grießenbeck arbeitete in der Zeit des I. Weltkriegs (nach diversen Fronteinsätzen) als Leutnant und 2. Ordonanzoffizier in einem Divisonsstab. In diesem Divisionsstab war auch ein Major von Leeb, der spätere Generalfeldmarschall von Leeb, tätig. Seit dieser Zeit entwickelte sich wohl - trotz des Rangunterschiedes - zwischen beiden Offizieren ein besonderes Vertrauensverhältnis, das auch dazu führte, dass GFM von Leeb den Freiherrn von Grießenbeck als seinen persönlichen Adjudanten auswählte.

Das 3. Foto von links zeigt von Leeb in der Uniform eines Obersten. Die trug er öfters, denn er war auch Ehrenoberst eines Regiments. Auf allen 3 Bildern ist von Grießenbeck an der Seite des GFM von Leeb.

Von Leeb war ein führenden Theoretiker der Verteidigungs- und Abwehrstrategie. Er war im Sommer 1934 an der Ausarbeitung von Grundentwürfen für die Errichtung des Westwalls beteiligt. Er verfasste 1935 die Heeresdienstvorschrift (HDV), "Stellungskrieg und Kampf um ständige Befestigungen". Im Jahre 1938 fasste er seine strategischen Gedanken in dem Werk "Die Abwehr" zusammen, das später von der US Army unter die Ausgaben ihrer militärischen Klassiker aufgenommen wurde.

"Operative Verteidigung", so schrieb von Leeb, "muss der Bedrohung eines Angriffs mit denselben Waffen und denselben Mitteln begegnen." Und damit kam von Leeb zu dem gleichen Ergebnis wie De Gaulle in seinen Veröffentlichungen vor 1939. Aber beide Generale fanden nicht die Zustimmung ihrer Oberbefehlshaber!

Im Januar 1942 wurde GFM von Leeb auf eigenen Wunsch verabschiedet und in die Führerreserve überführt. Trotz seiner abweichenden Ansichten zur Kriegsführung (er war u.a. ein Gegner der Belagerung Leningrads) und seiner Lebensführung als bekennender Katholik fiel er bei Hitler nie in Ungnade! Er erhielt von Hitler mehrer Dotationen, zuletzt im Jahre 1944 in Höhe von über 600.000 RM zum Erwerb eines Gutshofes.

Die Bilder stammen vom Bundesarchiv.